Freitag, 17. September 2010
ESN-Introduction-Week
So nachdem ich jetzt endlich mein eigenes Zimmer im Zentrum von Groningen bezogen habe, werd ich euch etwas über die Einführungswoche für Erasmus-Studenten erzählen. Freitags ging es los mit einer City-Tour durch Groningen, in deren Rahmen man sich ein „billiges“ Fahrrad kaufen. Ich bin echt froh, dass ich meins aus Deutschland mitgebracht habe. Hier bezahlt man für den letzten Schrott-Rost-Haufen 80 Euro aufwärts. Oder man kauft ein geklautes für 10 Euro, was jedoch nicht ganz ungefährlich ist, wenn man erwischt wird kostet der Spaß 250 Euro und man bekommt einen „criminal record“, sprich man ist vorbestraft. Jedenfalls wurden wir in Gruppen zu je 12-15 Personen eingeteilt und ich hatte das Glück eine ziemlich bunt gemischte Gruppe zu erwischen, bestehend aus je einem Brasilianer, Albaner, Rumänen, Italiener, Nigerianer, je einer Deutschen, Irin, Französin, Ukrainerin, Belgierin und zwei Spanierinnen. Unser Brasilianer hat dann gleich die Gunst der Stunde genutzt und sich das erste Fahrrad seines Lebens gekauft und hatte deshalb den ganzen Abend Panik zu besoffen zum heimfahren zu sein. („I can't even drive when I'm sober“) Nach der City-Tour gings dann zu unseren beiden guides Nena und Naomi, die für uns kochen sollten. Na ja kochen war wohl nicht so ihr Ding, also gabs lecker selbstbestellte Hackbällchen und Fritten. Fairerweise muss man sagen ich hätte auch nicht für 15 Leute kochen wollen. Der männliche Teil unserer Gruppe hatte sich vor dem Essen im Albert Heijn ne Kiste Grolsch gekauft, so dass jeder von uns 4 Bier hatte, was völlig ausreichend war auch wenn sich die Anderen vorher nicht so sicher waren: „You're from Germany? Perhaps we should buy a little more beer!“ Spätestens als die anschließende Kneipentour begann war ich echt froh „nur“ 4 Bier gehabt zu haben, denn unsere beiden guides „We love booze!!!“ waren wild entschlossen alle 10 Bars in denen uns ein kostenloser Shot zustand in möglichst kurzer Zeit abzuklappern. Das Ende vom Lied war natürlich, dass alle schon bei der Hälfte ziemlich gut dabei waren. Die Mädels kämpften sich von Shot zu Shot durch, lediglich die Irin beschwerte sich: „These shots taste like juice“ Der Brasilianer schwankte zwischen Fahrrad schieben oder besser gleich stehen lassen, der Albaner war der Meinung er muss unbedingt nach Deutschland, weil ein bier bzw biertje hier in holland nur 0,2-0,25 Liter hat. Der Italiener, dessen Englisch nicht berauschend ist verlor seine Fremdsprachenkenntnisse völlig und versuchte verzweifelt Nena, einen unserer guides anzubaggern, was schwierig war, weil alles was er noch sagen konnte war: „I crazy“ Der Nigerianer lachte nur noch und ich konnte unseren Rumänen mit meinen Rumänischkenntnissen beeindrucken: Sutch bulla, was soviel heißt wie L....m.....Sch.... (das war übrigens auch der einzige deutsche Satz den er konnte) und Bista Matti, was das auf deutsch heißt ist aber echt nicht druckreif...
Am nächsten Tag ging es dann glücklicherweise für unsere Gruppe erst um 14 Uhr mit Workshops weiter, wo man sich drei Workshops aussuchen konnte. Ich hatte Dutch History (sehr lustig) Dutch Quiz und Café lingue, wo man jeweils fünf Minuten jemanden gegenüber saß, dem man dann ein paar Brocken Deutsch beibrachte und der Andere einem etwas in seiner Sprache. Ich hatte Dänisch, Griechisch, Türkisch, Holländisch, Gälisch! Finnisch und Chinesisch. Allerdings kann ich mich nur noch an Chinesisch erinnern, weil das die letzte Runde war. Danach gings weiter in einen kleinen Club in dem eine Impro-Comedy-Show stattfand und wo es anschließend ein großes Buffet gab.
Am nächsten Tag war dann Sport angesagt und unsere Gruppe erwies sich als wahres Dream-Team, wir gewannen sowohl beim Fußball als auch bei Volleyball, Basketball, Hockey und Frisbee. Lediglich beim Tauziehen zogen wir den Kürzeren, was allerdings auch daran lag, dass wir drei zierliche Mädels dabei hatten (unsere französische Geschichtsstudentin wog etwa 40kg) während unsere Gegner nur ein Mädchen hatte, die aber schwer nach osteuropäischer Gewichtheberin aussah. Unser Albaner stellte außerdem fest: „Of course we lost, you don't need brain for this game“ Den anschließenden Salsa-Kurs ließen die meisten von uns aus, da niemand an Duschzeug gedacht hatte. So gings eben abends wieder auf die Piste, diesmal zu einem Karaokeabend. Außerdem spielten zwei ganz gute Coverbands. (Die jedenfalls wesentlich besser waren, als einige der Karaokedarbietungen)
Am nächsten Tag begannen die ersten Vorlesungen, so dass sich dass Programm auf einen kurzen Niederländischkurs und eine anschließende Dutch-Party beschränkte, die ich allerdings verpasste, weil mir im Hostel jemand meine restliche Kohle geklaut hatte und ich noch kein Konto hier hatte und wie ihr wisst gilt: „Money makes the world go round!“
Dienstags waren wir dann ins Groninger Kino „Pathé“ eingeladen, und bekamen den Film „Verrückt nach dir“ gezeigt, den unser Albaner nach 5 Minuten verließ („Oh no a girl movie“). Nachdem ich mir 50 Euro geliehen hatte (Danke Simon) fand mittwochs dann noch die Final Party im „Kokomo Beach“ statt. Von der kann ich mangels Erinnerung nix erzählen, muss also „gezellig“ gewesen sein :).
Wie das hier mit dem Studieren (Ja, deswegen bin ich eigentlich hier) läuft schreib ich wenn ich wieder Lust hab zu schreiben, das war jetzt auch eigentlich viel zu lang.
Ich gönn mir jetzt noch ein Heinecken, in diesem Sinne:

Proost kameraad

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